Reaktionen zu StreetView in Österreich

Dieser Beitrag wurde vor 8 Jahren, 5 Monaten veröffentlicht und ist daher möglicherweise nicht mehr auf den neuesten Stand.

Vor ca. 2 Wochen habe ich bereits darüber gebloggt, dass Google vor hat, demnächst in Österreich das Fotografieren fort zu setzen.

Inzwischen dürfte dies auch den Medien und Datenschutzbeauftragten herumgesprochen haben und reagieren nun natürlich negativ darauf.

Es wird darüber erzählt, dass Räuber nun leichter einbrechen können, dass man Personen bei “unerwünschten” oder “intimen” Aktionen (Wenn man in ein Puff geht, wenn man auf der Straße pinkelt, wenn man nackt in der Öffentlichkeit herumläuft, etc.) fotografiert und bloßgestellt wird.

(aktuelle Berichte über StreetView: ooe.orf.at, APA/ots.at, DiePresse, salzburg.orf.at, derStandard.at, etc.)

Bitte seid nicht dumm und glaubt diesen Blödsinn nicht! Das ganze ist reines Google Bashing.

Die meisten Artikel sind sowieso copy & pasted, bevor ich hier mal auf einige Punkte eingehe, zuerst mal eine Erklärung was StreetView eigentlich ist, denn ich habe das Gefühl, dass einige glauben es handelt sich um Liveaufnahmen, oder ähnliches.:

StreetView gehört zu Google’s Kartendienst und zeigt 360°-Fotos von der Straße, diesen Dienst gibt es bereits seit ein paar Jahren in den USA, und ein paar anderen Ländern.

Seit vergangenen Jahr ist Google auch in den europäischen Ländern sehr aktiv, was StreetView angeht.

Dabei fährt ein Fahrzeug mit einer aufgesetzten Kamera auf öffentlichen Straßen und macht Fotos. Bevor diese Fotos ins Internet gestellt werden, werden Gesichter und Autokennzeichen unkenntlich gemacht, somit sind abgelichtete Personen nicht mehr identifizierbar, da nicht Personen, sondern die Landschaft selbst das Ziel des Fotos ist.

  • “Ich habe das Recht nicht auf den Fotos zu sein”: Falsch, zumindest wenn es sich um öffentliche Orte handelt. Weiters kann man dich auf dem Foto nicht erkennen, da dein Gesicht unkenntlich gemacht wurde. Außerdem bist du nicht das Ziel des Fotos, sondern die Landschaft/Umgebung.
  • Gangster können nun leichter einbrechen: Die Fotos sind bis sie erscheinen mind. 6 Monate alt. Ein Einbrecher braucht aktuelles Bildmaterial, sprich es bleibt ihm nicht erspart die Gegend selbst auszuspionieren, dazu benötigt er kein StreetView
  • Ich wurde bei einer intimen Situation erwischt: Damit sollte man rechnen wenn man im öffentlichen Bereich etwas tut, dennoch: Dein Gesicht wurde unkenntlich gemacht, man wird dich also nicht erkennen, solange es du nicht an die große Glocke hängst (zB indem man Google anklagt und es medial noch groß kundtut)

Ein paar weitere Argumente:

  • norc.at hat Wien schon längst (fast vollständig) abgelichtet, niemand beklagt sich darüber. Wenn die Datenschützer es wirklich ernst meinen, dann müssten sie auch gegen norc.at vorgehen und verbieten, denn alle müssen sich an die gleichen Gesetze halten, denn sonst ist die gesamte Gesetzgebung lächerlich.
  • Gesetzlich macht Google nichts illegales mit StreetView, Bilder von öffentlichen Straßen werden gemacht, dies fällt unter Panoramafreiheit, es wäre nicht einmal notwendig, dass Google Gesichter/Autokennzeichen zensiert, Google macht dies trotzdem.
  • Touristen die täglich durch Österreich taumeln fotografieren die Landschaft/Umgebung und Sehenswürdigkeiten, jedesmal sind auf diesen Fotos unbeteiligte Personen zu sehen. Keiner dieser Touristen hat jemals die Gesichter unkenntlich gemacht, oder die Betroffenen Personen um Erlaubnis gefragt, bevor diese im Internet (entweder bei einen Fotodienst, oder auf der eigenen Homepage) veröffentlicht wurden. Wenn StreetView verboten wird, dann muss man Touristen auch das Fotografieren untersagen, da diese weitaus “gefährlicher” sind.
  • Datenschützer machen sich in letzter Zeit mehr über die Geschehnisse im Internet mehr Sorgen, als die tatsächlichen Probleme, wie zB ACTA, staatliche Überwachung, etc. – Datenschützer sollten weiterhin bei diesen Themen mehr aktiver werden.

Oder mit anderen Worten: Wir haben tatsächlich viel schwierwiegendere Probleme, um die sich Datenschützer sorgen machen müssten, als wie mit diesen harmlosen Internetdiensten.

Es ist nicht notwendig noch zusätzlich der Menschheit unnötige Angst einzujagen (was nicht schwierig ist), die meisten von denen wissen ja nicht einmal dass eine staatl. Überwachung vorhanden ist (bzw. erweitert wird), die meisten wissen nicht einmal dass es ACTA gibt, das sind die wahren Sorgenkinder.

Und die Leute die täglich in Zeitungen lesen, haben nun wieder eine unnötige Angst mehr, um die sie sich kümmern müssen,…

UPDATE, 22.03.2010 – “StreetView” für Wien existiert bereits:

… von der Firma NORC, aber darüber höre ich keine Beschwerden und auch keine Bedenken… – komisch, bei Google’s StreetView ist man sehr dagegen,…

Bricht nun Panik aus?

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