“Leistungsschutzrecht”? – Spinnt ihr?

Dieser Beitrag wurde vor 5 Jahren, 6 Monaten veröffentlicht und ist daher möglicherweise nicht mehr auf den neuesten Stand.

In Deutschland wird dieses Thema ja schon länger debattiert, auch in Österreich fangt man inzwischen damit an.

Mit den Leistungsschutzrecht, wollen die Verlage von Suchmaschinen (wie zB Google) Geld dafür haben, weil sie zwei Zeilen aus den Berichten zitieren und auf die jeweiligen Verlagsseiten linken.

Dass es sich hierbei um eine Hirnrissige Idee handelt, muss ich wohl nicht extra erwähnen.

Es scheint so, als wären alle plötzlich gegen Google, aber ist euch bereits in den Gedanken gekommen, dass dieses Leistungsschutzrecht auch andere Suchmaschinen, ja sogar, alle Seiten betreffen würde? – Dass nun alle gegen Google sind, ist ja nur, weil es sich um einen Präzedenzfall handelt, der alle betreffen würde.

Eine Website, egal welcher Art, (zb Blog) dürfte dann keinen Ausschnitt eines Verlages mehr zitieren und darauf linken (Ein sogenanntes “Zitat”), ausgenommen man zahlt dafür einen Beitrag.
Man soll also Geld dafür bezahlen, dass man auf eine andere Seite verlinkt und Werbung dafür macht? Normalerweise sind Seitenbetreiber ja über jeden Besucher froh, egal woher sie kommen. Eine Suchmaschine wie zB Google (oder eigentlich Google News, denn darum geht es ja hauptsächlich), bringt diesen Verlagen im Monat 4 Milliarden Besucher! (Um genau zu sein: Google News Frankreich bringt den französischen Verlagen diese Anzahl an Besucher im Monat. Wollt ihr eine Quelle dafür? Darf ich leider nicht posten, da dies gegen das Leistungsschutzrecht wäre und ich mir das als privater Blogger sowieso nicht leisten kann/will).

Die Verlage haben hier das Internet verschlafen, bzw. verstehen die Funktionsweise des Internets wohl nicht, da das Internet nun mal dank Verlinkungen am Besten funktioniert. Die Funktionsweise des Internets basiert auf Verlinkungen.

Verlage können ihre Seite jederzeit selbst aus den Suchmaschinen entfernen.
Bei Google (und vielen anderen Suchmaschinen) funktioniert dies mittels robots.txt oder simplen HTML-Tags. Jeder Webmaster kennt diese Spezifikationen, Verlage aber offensichtlich nicht, dies ist aber nicht Google’s Versäumnis, sondern das Versäumnis der Verlage.

Google verdient eh soviel, sollen sie ruhig zahlen
– Nur weil eine Firma Geld verdient, heißt das noch lange nicht, dass sie dafür zahlen sollen.
Man sollte bedenken, dass es auf Google News keine Werbung gibt, sprich: An Google News verdient Google keinen einzigen Cent. Und um es noch einmal klar zu machen: Es betrifft nicht nur Firmen, sondern auch private Blogger (und andere Webseiten).

Wieso sollte Google eigentlich zahlen?
Immerhin bekommen Verlage durch diese Verlinkungen “Kunden” vermittelt. Eigentlich könnte Google für diese Dienstleistung Geld verlangen (theoretisch), allerdings würde dies keinen Sinn machen.

In der realen Welt (also “offline”) ist das Leistungsschutzrecht mit folgenden gleichzusetzen:
Trafikanten/Kioskladenbesitzern wird verboten, Zeitungen und Magazine in ihrer Auslage auszustellen, außer sie zahlen eine Gebühr.

Wer für das Leistungsschutzrecht ist, hat im Internet nichts verloren. Verlage, die dies fordern, sollten bei ihren Printmedien (offline) bleiben, da diese das Internet einfach nicht verstanden haben.

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